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Leitung orten oder raten: was vor dem Bohren zählt

From kaostogel

Fugenfarbe statt neuer Fuge Ist die Fuge sauber und trocken, lässt sie sich mit Fugenfarbe oder einer Zementfarbe auffrischen. Diese Produkte gibt es als streichfertige Paste oder als Pulver zum Anrühren. Die Farbe wird mit einem kleinen Pinsel oder einem Fugenroller dünn aufgetragen. Zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke – sonst bildet sich eine Kruste, die später abblättert. Vor dem Auftragen die Fliesenränder mit Kreppband abkleben, damit die Farbe nicht auf die Fliesen läuft.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Schraube, sondern in dem, was die Wand dem Dübel entgegensetzt. Vollmaterial wie Beton oder Vollstein kann den Druck, den ein Dübel beim Eindrehen erzeugt, großflächig aufnehmen. Der Dübel spreizt sich, presst sich gegen das Bohrloch und hält durch Reibung und formschlüssige Verankerung. Hohlraumwände dagegen – Gipskarton, Hohlblock aus Leichtbeton, Spanplatten – haben kaum Materialstärke. Ein normaler Spreizdübel findet dort keinen Widerstand, er dreht sich leer und fällt heraus. Deshalb arbeitet der Hohlraumdübel mit einer völlig anderen Mechanik: Er stützt sich hinter der Platte ab, nicht in ihr.

Beim Einsatz von Elektrowerkzeugen wie Bohrmaschine oder Winkelschleifer ist die passende Schutzausrüstung Pflicht. Dazu gehören eine Schutzbrille, Gehörschutz und je nach Tätigkeit eine Staubmaske. Wer diese ignoriert, riskiert nicht nur Verletzungen, sondern auch gesundheitliche Langzeitschäden durch Feinstaub. Ein weiterer typischer Fehler: Zu viel Druck auf das Werkzeug ausüben. Das führt zu Überhitzung, Bruch oder ungenauen Ergebnissen. Stattdessen lieber das richtige Werkzeug für den jeweiligen Werkstoff wählen und mit gleichmäßigem Vorschub arbeiten.

Typische Fehler lassen sich vermeiden. Dazu zählt, direkt über einer Steckdose zu bohren, ohne zu prüfen, ob das Kabel senkrecht nach oben führt. Ebenso riskant ist das Bohren in Fliesenfugen, weil dahinter oft Rohre liegen. Wer in einer Altbauwand mit unklarer Installation arbeitet, sollte grundsätzlich mit einem dünnen Bohrer beginnen und erst nach erfolgreicher Ortung auf den benötigten Durchmesser wechseln. Ein weiterer Fehler ist, den Bohrstaub zu ignorieren. Roter Staub deutet auf Ziegel, grauer auf Beton, aber das sagt nichts über Leitungen aus.

Wie ein Ortungsgerät wirklich hilft Ein einfaches Multifunktions-Ortungsgerät reicht für den Hausgebrauch meist aus. Es erkennt Metall, stromführende Leitungen und manchmal auch Kunststoffrohre. Wichtig ist die richtige Handhabung: Das Gerät flach an die Wand halten, langsam und gleichmäßig in mehrere Richtungen bewegen, nicht ruckartig. Vor dem eigentlichen Messen kalibrieren, am besten an einer Stelle, von der man sicher weiß, dass dort nichts liegt. Ein häufiger Fehler ist, das Gerät nur einmal zu bewegen und dem ersten Signal zu vertrauen. Besser kreuz und quer prüfen und die Position mit Kreide markieren.

Typische Fehler: Zu viel Wasser beim Reinigen, sodass die Fuge aufweicht. Farbe auf feuchten Untergrund auftragen. Oder die Fugen vorher nicht entfetten – dann perlt die Farbe ab. Auch wer die Fuge nur überstreicht, ohne sie vorher zu säubern, gewinnt nichts: Der Schmutz bleibt unter der Farbschicht und schimmert durch. Wer diese Punkte beachtet, spart viel Zeit und Staub gegenüber dem kompletten Neuverfugen.

Vor dem ersten Bohrerwechsel sollte man den Wandaufbau kennen. In Wohnungen verlaufen Leitungen selten geradlinig. Stromkabel werden oft horizontal auf halber Höhe oder senkrecht über Schaltern und Steckdosen geführt. Wasserrohre liegen häufig in Bodennähe oder hinter Fliesen. Wer diese typischen Verläufe kennt, kann schon mit bloßem Auge viele Risikozonen eingrenzen. Sicher ist das jedoch nicht. Stahlbeton, Hohlräume und Dämmung machen die Sache unübersichtlich.

Farbnasen und Läufer entstehen, wenn zu viel Farbe auf der Rolle bleibt oder der Untergrund nicht richtig vorbereitet wurde. Bevor überhaupt gestrichen wird, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme: Handelt es sich um lose Farbschichten, die abblättern, oder um fest haftende Unebenheiten? Letztere lassen sich oft retten, ohne die gesamte Wand neu zu beschichten. Lose Partien müssen entfernt werden, sonst zieht die neue Farbe Blasen und hebt sich später ab. Ein Spachtel oder eine breite Klinge zeigt schnell, wo Haftung fehlt. Wer das ignoriert, streicht über einen Fehler und ärgert sich nach dem Trocknen.

Zuerst wird gereinigt und geprüft. Alte Kleberreste, Teppichfasern, Nagellöcher oder lose Putzstücke müssen weg, sonst halten Spachtelmassen nicht. Unebenheiten lassen sich mit einer langen Richtlatte oder einem Zwei-Meter-Aluminiumlineal sichtbar machen. Legt man das Lineal an mehreren Stellen auf und schiebt eine Fühlerlehre darunter, zeigt sich schnell, ob der Untergrund im Toleranzbereich liegt. Übliche Richtwerte: bei Fliesen im Dünnbett bis drei Millimeter, bei Laminat und Vinyl bis zwei bis drei Millimeter pro Meter. Wer diese Werte ohne Messung schätzt, spachtelt meist zu wenig oder zu viel.